PayPal Geschäftskonto Gebühren

PayPal Geschäftskonto Gebühren sind die Kosten, die ein PayPal-Business-Konto zusätzlich zu den Standardtransaktionsgebühren verursachen kann – je nachdem, über welchen Kanal Zahlungen ankommen: Online-Checkout, ein Kartenlesegerät im Laden, ein per Link verschickter Zahlungswunsch oder das Sondermodell für Behörden. Der Nutzen eines Geschäftskontos liegt in genau dieser Kanalvielfalt: Ein Unternehmen kann online, am Tresen und unterwegs mit demselben Konto Geld empfangen, ohne für jeden Kanal einen eigenen Zahlungsdienstleister zu vertraglich binden. Genutzt wird das von Online-Shops, stationären Händlern, Dienstleistern mit mobilem Verkauf und öffentlichen Einrichtungen, die Bürgerzahlungen entgegennehmen. Dieser Ratgeber ordnet die Bestandteile eines Geschäftskontos: den Unterschied zwischen PayPal Checkout und Erweitertem Checkout, die Kosten von Point of Sale samt Hardware-Preisen, Zahlungslinks für den Verkauf ohne Website, das eigene Gebührenmodell für den öffentlichen Sektor sowie die Kontoführung selbst – Eröffnung, parallele Nutzung mit einem Privatkonto und Schließung.

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Geschäftskonto vs. Privatkonto: der Gebührenunterschied

Ein Geschäftskonto zahlt für dieselbe Transaktionsart oft denselben Satz wie ein Privatkonto – der Unterschied liegt in den Kanälen, die nur mit einem Geschäftskonto verfügbar sind. Point of Sale, Zahlungslinks und das Sondermodell für den öffentlichen Sektor stehen ausschließlich Geschäftskonten offen. Die Grundgebühr für Waren und Dienstleistungen (2,49 % + 0,35 €) sowie die Länderzuschläge bei internationalen Zahlungen gelten dagegen für beide Kontotypen gleich – eine ausführliche Übersicht dazu liefert der Leitfaden zum Vermeiden von PayPal-Gebühren.

Dieser Ratgeber konzentriert sich deshalb auf das, was ein Geschäftskonto zusätzlich mitbringt: die Produkte, mit denen ein Unternehmen Zahlungen über verschiedene Kanäle empfängt, und was jeder einzelne davon kostet.

Zahlungen online erhalten

Für Online-Zahlungen bietet PayPal zwei Checkout-Varianten mit demselben Satz, aber unterschiedlichem Funktionsumfang. Für beide gilt 2,99 % + 0,35 € pro Transaktion.

PayPal Checkout

PayPal Checkout ist die einfache Variante: ein Zahlungsbutton, der mit wenig Programmieraufwand in eine Website eingebunden wird. Er akzeptiert PayPal-Zahlungen, die PayPal-Ratenzahlungsoptionen sowie Kredit- und Debitkarten. Die Farbe und Form des Buttons lässt sich anpassen, und berechtigte Käufe sind über den Verkäuferschutz abgesichert.

Erweiterter Checkout

Der Erweiterte Checkout deckt zusätzlich Apple Pay und Google Pay ab und speichert Zahlungsarten wiederkehrender Kundschaft, was den Bezahlvorgang verkürzt. Er erlaubt außerdem, das Risikomanagement und die Optik des Checkouts stärker anzupassen. Der Satz bleibt bei 2,99 % + 0,35 €; der Unterschied zum einfachen Checkout liegt im Funktionsumfang, nicht im Preis.

Rechenbeispiel für beide Checkout-Varianten

VerkaufserlösGebühr (2,99 % + 0,35 €)Du erhältst
20 €0,95 €19,05 €
50 €1,85 €48,15 €
100 €3,34 €96,66 €
250 €7,83 €242,17 €
500 €15,30 €484,70 €
1.000 €30,25 €969,75 €
Quelle: PayPal – Gebühren für Geschäftskunden

Der Satz von 2,99 % + 0,35 € liegt 0,50 Prozentpunkte über der Gebühr für „Geld für Waren und Dienstleistungen senden/empfangen“ (2,49 % + 0,35 €), die für einfache PayPal-Zahlungen außerhalb des Checkout-Produkts gilt. Bei 250 € macht das 1,25 € Unterschied.

Weitere Online-Zahlungswege im Kurzüberblick

Für spezielle Anwendungsfälle nennt PayPal zusätzliche Sätze: eTerminal-Zahlungen kosten 3,39 % + Festgebühr, SEPA-Lastschrift kostet 0,35 € pro Transaktion bei Standardabrechnung und 0,40 € bei sofortiger Abrechnung. Bei Kartenzahlungen mit erweiterten Funktionen kann zusätzlich ein Interbankenentgelt von etwa 0,2 % bis 2 % anfallen, abhängig vom gewählten Preismodell (Blended Pricing oder Interchange+).

Point of Sale: Kartenzahlung im Laden

Für Kartenzahlungen vor Ort, einschließlich kontaktloser Zahlung und Tap to Pay, berechnet PayPal Point of Sale 1,39 % pro Transaktion ohne Festgebühr. Das ist der günstigste Satz im gesamten Geschäftskonto-Angebot.

Hardware-Preise

GerätPreis
Kartenlesegerät (erstes Gerät)29 € zzgl. MwSt.
Kartenlesegerät (jedes weitere)79 € zzgl. MwSt.
Terminal (Standard)199 € zzgl. MwSt.
Terminal mit Barcodescanner249 € zzgl. MwSt.
POS-App auf eigenem Gerätkostenlos, es gelten die Transaktionsgebühren
Preise ohne Versandgebühren. Quelle: PayPal – Gebühren für Geschäftskunden

Rechenbeispiel

VerkaufserlösGebühr (1,39 %)Du erhältst
20 €0,28 €19,72 €
50 €0,70 €49,30 €
100 €1,39 €98,61 €
250 €3,48 €246,52 €
500 €6,95 €493,05 €

Bei 100 € Umsatz kostet ein Verkauf über Point of Sale 1,39 €, derselbe Betrag über PayPal Checkout 3,34 €. Für Ladengeschäfte mit stabilem Kartenumsatz amortisiert sich die Hardware entsprechend schnell: Die 29 € für das erste Kartenlesegerät sind bei einem Umsatzunterschied von rund 2 € je 100 € nach wenigen tausend Euro Umsatz wieder eingespielt.

Manuelle Karteneingabe: Wird eine Karte manuell statt kontaktlos eingelesen, gilt laut PayPal ein separater Satz von 2,9 % + 0,35 € statt 1,39 % – der günstige POS-Satz bezieht sich auf die physisch präsente, gelesene Karte.

Unterwegs bezahlt werden: Zahlungslinks

PayPal Zahlungslinks erlauben, eine Zahlungsaufforderung ohne Website oder Kasse zu verschicken – etwa per E-Mail, Messenger oder als QR-Code auf einer Rechnung. Der Satz entspricht dem Online-Checkout: 2,99 % + 0,35 € pro Transaktion.

Das Produkt eignet sich für Handwerksbetriebe, Freiberufler und Dienstleister, die Kundschaft nicht über einen Onlineshop, sondern direkt nach Auftragsabschluss zur Zahlung auffordern. Anders als bei der klassischen Rechnung per E-Mail entfällt das Warten auf eine Überweisung – der Link führt direkt zum Bezahlvorgang.

Beispiel:

Ein Handwerksbetrieb schickt nach einem Auftrag über 250 € einen Zahlungslink. Die Gebühr beträgt 7,83 €, der Betrieb erhält 242,17 € – derselbe Satz und dasselbe Ergebnis wie bei einer Zahlung über den Online-Checkout.

Das PayPal-Gebührenmodell für den öffentlichen Sektor

Für Behörden und öffentliche Einrichtungen bietet PayPal ein eigenes Abrechnungsmodell an, das sich von den Standardkonditionen unterscheidet. Der wichtigste Unterschied: Die Gebühr wird nicht bei der Transaktion einbehalten. Die Einrichtung erhält den vollen Betrag der Bürgerzahlung und bekommt die Gebühren des Vormonats separat in Rechnung gestellt.

Die Transaktionsgebühr richtet sich nach zwei Größen: der Höhe des einzelnen Warenkorbs (Mikro bis 25 €, Makro darüber) und dem monatlichen Netto-Zahlungsvolumen der Einrichtung.

Monatliches Netto-ZahlungsvolumenMikro (Warenkorb 0–25 €)Makro (Warenkorb > 25 €)
0,00 – 5.000,00 €3,50 %2,30 %
5.000,01 – 25.000,00 €3,20 %2,00 %
25.000,01 – 100.000,00 €2,80 %1,60 %
mehr als 100.000,00 €2,60 %1,30 %
Festgebühr: Mikro 0,00 €, Makro 0,30 €. Quelle: PayPal – Gebührenmodell für den öffentlichen Sektor

Der Satz sinkt mit steigendem Volumen automatisch – eine Einrichtung muss dafür keine neuen Konditionen aushandeln, die Staffel greift ab dem jeweiligen Schwellenwert im Vormonat.

Rechenbeispiele

ZahlungKategorieVolumenstufeGebühr
20 € VerwaltungsgebührMikro0–5.000 €0,70 €
60 € BürgerzahlungMakro0–5.000 €1,68 €
60 € BürgerzahlungMakroüber 100.000 €1,08 €

Voraussetzung für das Modell ist ein PayPal-Geschäftskonto, das auf eine juristische Person mit Sitz in Deutschland registriert ist. Nach eigenen Angaben verlangt PayPal dafür keine Einrichtungskosten, Grundgebühren, Mindestumsätze oder feste Vertragslaufzeiten. Wer die Verwaltungskonditionen mit Monatsrechnung nicht möchte, kann laut PayPal alternativ die Standardkonditionen ohne Monatsrechnung über das bestehende Geschäftskonto nutzen – dann gelten die Sätze aus den vorigen Abschnitten statt der Staffel für den öffentlichen Sektor.

Geschäftskonto eröffnen, führen und schließen

Die Kontoführung selbst ist kostenlos – ein PayPal-Geschäftskonto verursacht keine monatliche Grundgebühr. Kosten entstehen ausschließlich transaktionsbezogen, in den in diesem Ratgeber beschriebenen Kanälen.

Privat- und Geschäftskonto parallel führen

Ein Privat- und ein Geschäftskonto lassen sich gleichzeitig führen, benötigen dafür aber unterschiedliche E-Mail-Adressen und jeweils ein eigenes hinterlegtes Bankkonto. Ein einzelnes PayPal-Konto kann jeweils nur ein Bankkonto führen, weshalb sich dasselbe Bankkonto nicht für beide PayPal-Konten gleichzeitig nutzen lässt.

Konto schließen

Vor der Schließung muss das Kontoguthaben auf 0 € stehen – bestehendes Guthaben lässt sich vorher regulär auf das hinterlegte Bankkonto abbuchen. Danach lässt sich das Konto in den Kontoeinstellungen schließen. Ein geschlossenes PayPal-Konto kann nicht erneut geöffnet werden; wer PayPal danach wieder nutzen will, muss ein neues Konto eröffnen.

Welcher Kanal ist am günstigsten?

Bei gleichem Umsatz unterscheiden sich die Kanäle erheblich in der Gebührenhöhe. Die folgende Übersicht ordnet sie bei 100 € Verkaufserlös:

KanalSatzGebühr bei 100 €
Point of Sale (Karte präsent)1,39 %1,39 €
Geld für Waren und Dienstleistungen2,49 % + 0,35 €2,84 €
PayPal Checkout / Erweiterter Checkout2,99 % + 0,35 €3,34 €
Zahlungslinks2,99 % + 0,35 €3,34 €
eTerminal-Zahlungen3,39 % + Festgebührmindestens 3,39 €
Sortiert nach Satz, ohne Länderzuschlag oder Interbankenentgelt

Die Reihenfolge zeigt ein klares Muster: Kanäle, bei denen die Karte physisch anwesend ist, sind günstiger als Fernabsatz-Kanäle. Für stationären Handel lohnt sich Point of Sale deshalb fast immer, für reinen Online-Verkauf bleibt der Unterschied zwischen Checkout-Varianten gering, weil beide denselben Satz verlangen und sich nur im Funktionsumfang unterscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheiden sich PayPal Checkout und Erweiterter Checkout?

Beide kosten 2,99 % + 0,35 € pro Transaktion. Der Unterschied liegt im Funktionsumfang: PayPal Checkout ist ein einfacher, schnell eingebundener Zahlungsbutton für PayPal und Kartenzahlungen. Der Erweiterte Checkout deckt zusätzlich Apple Pay und Google Pay ab, speichert Zahlungsarten wiederkehrender Kundschaft und erlaubt eine stärkere Anpassung von Risikomanagement und Optik.

Was kostet ein PayPal Geschäftskonto in der Kontoführung?

Die Kontoführung selbst ist kostenlos. Kosten entstehen ausschließlich pro Transaktion, abhängig vom gewählten Kanal – Online-Checkout, Point of Sale oder Zahlungslinks.

Was kostet Point of Sale bei PayPal?

Für Kartenzahlungen vor Ort, einschließlich kontaktlos und Tap to Pay, berechnet PayPal 1,39 % ohne Festgebühr. Das Kartenlesegerät kostet einmalig 29 € zzgl. MwSt., ein Terminal 199 € zzgl. MwSt.

Gibt es eine Alternative zum Standard-Gebührenmodell für Behörden?

Ja. Öffentliche Einrichtungen können zwischen dem gestaffelten Verwaltungsmodell mit Monatsrechnung und den Standardkonditionen ohne Monatsrechnung wählen. Beim Verwaltungsmodell wird der volle Betrag zunächst gutgeschrieben, die Gebühr folgt als separate Rechnung für den Vormonat.

Kann ich ein Privat- und ein Geschäftskonto gleichzeitig bei PayPal führen?

Ja, das ist möglich. Jedes Konto benötigt eine eigene E-Mail-Adresse und ein eigenes hinterlegtes Bankkonto – dasselbe Bankkonto lässt sich nicht für beide PayPal-Konten gleichzeitig nutzen.

Wie schließe ich ein PayPal Geschäftskonto?

Buche zuerst dein gesamtes Guthaben auf dein Bankkonto ab, sodass der Kontostand bei 0 € liegt. Danach lässt sich das Konto über die Kontoeinstellungen schließen. Ein geschlossenes Konto kann nicht wieder geöffnet werden.

Quellen

  1. PayPal – Gebühren für Geschäftskunden – Checkout, Point of Sale, Zahlungslinks, Kartenlesegerät- und Terminal-Preise.
  2. PayPal – Händler- und Verkäufergebühren (Stand 7. September 2026) – Waren und Dienstleistungen, eTerminal, SEPA-Lastschrift, Interbankenentgelte.
  3. PayPal – Gebührenmodell für den öffentlichen Sektor – Mikro/Makro-Staffel, Festgebühren, monatliche Rechnung.
  4. PayPal-Hilfe-Center – Wie schließe ich mein PayPal-Konto? – Voraussetzung 0 € Guthaben, keine Reaktivierung nach Schließung.
  5. PayPal-Hilfe-Center – Wie eröffne oder schließe ich ein PayPal-Konto? – parallele Kontoführung, getrennte E-Mail-Adressen und Bankkonten.

Alle Angaben mit Stand September 2026. PayPal kann Sätze, Produkte und Hardware-Preise jederzeit ändern – verbindlich sind allein die Angaben von PayPal. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung und steht in keiner Verbindung zu PayPal.

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