PayPal Gebühren: Ein umfassender Leitfaden

PayPal Gebühren vermeiden heißt, jede Zahlung so zu steuern, dass PayPal möglichst wenig davon einbehält – über die Art der Zahlung, den Kanal, die Währung und die vereinbarten Konditionen. Der Nutzen steht direkt im Ergebnis: Wer eine Zahlung über 100 € vom Checkout auf den QR-Code verlagert, behält 2,48 € mehr, und wer die automatische Währungsumrechnung ablehnt, spart 3 % des Betrags, die sonst unsichtbar im Kurs verschwinden. Genutzt wird das vor allem von Verkäufern auf Kleinanzeigen, von Selbstständigen und Freelancern, von Gewerbetreibenden mit regelmäßigem Umsatz und von Privatpersonen, die Geld an Freunde und Familie senden. Dieser Leitfaden führt durch alle Bausteine: die Arten von PayPal Gebühren, die Sätze für Waren und Dienstleistungen, Spenden, Mikrozahlungen und QR-Code-Zahlungen, die vollständige Gebührentabelle, die Zusatzgebühren für internationale Zahlungen, die Wechselgebühren, die drei Faktoren hinter jeder Gebührenhöhe, die Berechnung mit dem PayPal Gebührenrechner samt Rückwärts-Rechner, Konflikt- und Rückbuchungsgebühren, den Käuferschutz, die Verkäufersicht inklusive Steuer, elf Strategien zum Senken der Kosten und den Vergleich mit Wise bei internationalen Zahlungen.

Kontaktlose Zahlung per Smartphone – PayPal Gebühren vermeiden
Die Art der Zahlung entscheidet über die Höhe der PayPal-Gebühr

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Betrag eingeben, Tarif wählen – der Rechner zeigt Gebühr und Restbetrag, vorwärts und rückwärts.

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Arten von PayPal Gebühren

PayPal erhebt sieben Arten von Gebühren: Gebühren für geschäftliche Transaktionen, Transaktionsgebühren für Spenden, Transaktionsgebühren für gemeinnützige Organisationen, Gebühren für alternative Zahlungsmethoden, Gebühren für Währungsumrechnungen, Rückbuchungsgebühren und Konfliktgebühren. Dazu kommen Entnahmegebühren beim Abbuchen auf Karten sowie sonstige Gebühren wie die Inaktivitätsgebühr.

Jede dieser Arten folgt demselben Bauprinzip: ein prozentualer Anteil am Transaktionsbetrag plus eine Festgebühr im Centbereich. Die Festgebühr richtet sich nach der empfangenen Währung und beträgt in Euro je nach Transaktionsart 0,35 €, 0,39 € oder 0,09 €. Genau diese Pauschale entscheidet bei kleinen Beträgen über die tatsächliche Belastung: Bei 5 € macht eine Festgebühr von 0,35 € bereits 7 % des Betrags aus, bei 500 € nur noch 0,07 %.

Die Unterscheidung ist der erste Hebel, um PayPal Gebühren zu vermeiden. Wer weiß, in welche Kategorie eine Zahlung fällt, kann sie in vielen Fällen in eine günstigere verschieben – etwa vom PayPal Checkout zur QR-Code-Transaktion oder vom Standardtarif zur Mikrozahlung.

Wichtig: PayPal unterscheidet zwischen Privatkonto und Geschäftskonto. Beide Kontotypen haben eigene Gebührenseiten mit teils unterschiedlichen Sätzen für dieselbe Transaktion. Die Angaben in diesem Leitfaden nennen jeweils den Kontotyp, für den sie gelten.

Gebühren bei PayPal: Freunde und Familie

Geld an Freunde und Familie senden ist innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) kostenlos, solange die Zahlung in Euro erfolgt und keine Währungsumrechnung nötig ist. PayPal nennt diesen Vorgang „persönliche Transaktion“. Der volle Betrag kommt beim Empfänger an, weder Sender noch Empfänger zahlen eine Gebühr.

Zwei Einschränkungen gelten. Erstens: Beim Senden ins Ausland berechnet PayPal 5,00 % des Transaktionsbetrags, mindestens 0,99 € und höchstens 3,99 €. Zweitens: Bei einer Zahlung, die eine Währungsumrechnung auslöst, kommt der Kursaufschlag hinzu.

Die Freunde-und-Familie-Option ist damit der einzige Weg, PayPal Gebühren vollständig zu vermeiden – und gleichzeitig der Weg mit dem größten Risiko. Geld, das über diese Funktion gesendet wurde, lässt sich nicht zurückholen. Der Käuferschutz greift hier nicht.

Betrugsmasche „sparen wir uns die Gebühren“

Betrüger bitten gezielt um Zahlung per Freunde und Familie mit dem Argument, beide Seiten sparten so die Gebühren. Danach kommt die Ware nicht an, und ein Antrag auf Käuferschutz ist ausgeschlossen. Nutze die Option ausschließlich bei Personen, denen du vollständig vertraust. Für jeden Warenkauf gilt: Waren und Dienstleistungen wählen und die Gebühr als Preis für die Absicherung einplanen. Details dazu stehen im Ratgeber zu privaten PayPal-Zahlungen.

PayPal-Gebühren für geschäftliche Transaktionen

Eine geschäftliche Transaktion liegt vor, wenn du Waren oder Dienstleistungen kaufst oder verkaufst, Zahlungen über QR-Codes erhältst, eine sonstige geschäftliche Transaktion durchführst oder eine Zahlung erhältst, indem du über PayPal „Geld anfordern“ nutzt. Für diese Transaktionen fällt immer eine Gebühr an.

Sieben Formen der geschäftlichen Transaktion sind besonders verbreitet:

  • Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten mit erweiterten Funktionen
  • Alternative Zahlungsmethoden (APM)
  • PayPal Checkout
  • QR-Code-Transaktionen
  • Rechnungskauf mit Ratepay
  • Geld für Waren und Dienstleistungen senden und empfangen
  • Alle anderen geschäftlichen Transaktionen

Die günstigste Form ist die QR-Code-Transaktion mit 0,90 % im Geschäftskonto, die teuerste die Gruppe „alle anderen geschäftlichen Transaktionen“ mit 2,99 % + 0,39 €. Zwischen beiden liegen bei einem Umsatz von 100 € rund 2,48 € – pro Verkauf.

Bezahlungen erhalten – die PayPal-Gebühren im Detail

Beim Empfang von Geld für Waren oder Dienstleistungen wird eine Gebühr fällig, deren Höhe sich nach der Art der Bezahlung richtet. Die folgenden sechs Abschnitte erklären jede Zahlungsart einzeln, jeweils mit dem offiziellen Satz und einem Rechenbeispiel.

Gebühren für Waren und Dienstleistungen

Für den Empfang von Zahlungen des Typs „Geld für Waren und Dienstleistungen senden/empfangen“ berechnet PayPal 2,49 % + 0,35 € Festgebühr. Dieser Satz gilt für Inlandstransaktionen und in gleicher Höhe für Privat- und Geschäftskonten. Der Käuferschutz ist in dieser Gebühr enthalten.

  • Bei 50 € Warenwert: 1,60 € Gebühr → du erhältst 48,40 €
  • Bei 100 € Warenwert: 2,84 € Gebühr → du erhältst 97,16 €
  • Bei 150 € Warenwert: 4,09 € Gebühr → du erhältst 145,91 €
  • Bei 500 € Warenwert: 12,80 € Gebühr → du erhältst 487,20 €

PayPal rundet zuerst die Gebühr auf volle Cent und zieht sie dann ab. Deshalb ergeben Gebühr und Restbetrag zusammen immer exakt den Kaufpreis.

Gebühren für Freunde & Familie

Der Empfang persönlicher Transaktionen ist kostenlos, wenn keine Währungsumrechnung erforderlich ist. Das gilt für Inlandszahlungen und für Euro-Zahlungen innerhalb des EWR. Die Gebühr beim internationalen Senden trägt die sendende Person, nicht die empfangende.

Für Warenkäufe ist diese Zahlungsart nicht zulässig. Wer sie regelmäßig für Verkäufe nutzt, riskiert eine Einschränkung des Kontos durch PayPal.

Gebühren für Spenden

Für den Empfang von Inlandsspenden berechnet PayPal 2,49 % + 0,35 €. Derselbe Satz gilt für aufgeführte PayPal-Spendenaktionen. Nicht aufgeführte Spendenaktionen sind gebührenfrei.

Gemeinnützige Organisationen zahlen weniger: nach Antrag und Vorabgenehmigung durch PayPal gilt in Deutschland ein Satz von 1,50 % + Festgebühr für alle eingehenden geschäftlichen Transaktionszahlungen. Bei 1.000 € Spendenvolumen sind das 15,35 € statt 25,25 € – eine Ersparnis von 9,90 € je 1.000 €.

Häufiger Fehler in Vergleichsartikeln: Der Satz von 1,50 % wird oft als allgemeiner Spendentarif angegeben. Er gilt ausschließlich für als gemeinnützig anerkannte und von PayPal genehmigte Organisationen. Wer privat Spenden sammelt, zahlt 2,49 % + 0,35 €.

Gebühren für Mikrozahlungen

Für inländische Mikrozahlungen berechnet PayPal 4,99 % + 0,09 €. Der Tarif senkt die Festgebühr von 0,35 € auf 0,09 € und erhöht im Gegenzug den prozentualen Anteil. Er muss beantragt und von PayPal vorab genehmigt werden und gilt danach für alle geschäftlichen Zahlungseingänge des Kontos.

Der Umschlagpunkt liegt bei 10,40 €. Darunter ist der Mikrozahlungstarif günstiger, darüber der Standardtarif:

BetragStandard (2,49 % + 0,35 €)Mikro (4,99 % + 0,09 €)Günstiger
2,00 €0,40 €0,19 €Mikro
5,00 €0,47 €0,34 €Mikro
10,00 €0,60 €0,59 €Mikro
15,00 €0,72 €0,84 €Standard
50,00 €1,60 €2,59 €Standard
Umschlagpunkt bei 10,40 €. Der Mikrozahlungstarif lohnt sich nur bei durchweg kleinen Beträgen.

Der Tarif gilt kontoweit. Wer neben Kleinstbeträgen auch Zahlungen über 10,40 € empfängt, zahlt für diese mehr als vorher. Prüfe deshalb vor dem Antrag den durchschnittlichen Bestellwert.

Gebühren mit Händlerkonditionen

Individuelle Händlerkonditionen sind Vertragssache und werden nicht öffentlich als Staffel veröffentlicht. Die frühere umsatzabhängige Staffelung wurde 2020 abgeschafft. Für Gewerbetreibende mit älteren Verträgen kann sie weiterhin gelten.

Wer heute vergünstigte Konditionen möchte, wendet sich mit einem Geschäftskonto und nachgewiesenem Monatsumsatz direkt an den PayPal-Vertrieb. Die Standardgebühr, die ohne gesonderte Vereinbarung gilt, beträgt für sonstige geschäftliche Transaktionen 2,99 % + 0,39 €.

Vorsicht bei kursierenden Staffeln: Angaben wie „2,19 % ab 2.000 € Umsatz“ oder „1,49 % ab 25.000 € Umsatz“ stammen aus alten Vertragsmodellen und stehen auf keiner aktuellen PayPal-Gebührenseite. Verlasse dich bei der Preiskalkulation auf die Konditionen in deinem eigenen Vertrag.

Gebühren für QR-Code-Zahlungen

QR-Code-Zahlungen sind die günstigste PayPal-Zahlungsart. Im Geschäftskonto kosten sie 0,90 % ohne Festgebühr. Im Privatkonto gilt eine zweistufige Regelung: 0,5 % + 0,10 € ab einem Betrag von 10,01 €, darunter 1 % + 0,05 €.

BetragQR-Code (Geschäftskonto)PayPal CheckoutErsparnis
20 €0,18 €0,99 €0,81 €
100 €0,90 €3,38 €2,48 €
500 €4,50 €15,34 €10,84 €
1.000 €9,00 €30,29 €21,29 €
QR-Code-Transaktion gegen PayPal Checkout (2,99 % + 0,39 €) im Geschäftskonto

Für stationäre Händler, Gastronomie, Marktstände und Dienstleister vor Ort ist das der größte einzelne Hebel im gesamten Gebührenmodell. Voraussetzung ist ein Geschäftskonto und die Anzeige des QR-Codes am Verkaufsort.

Gebühren Übersicht: Die Tabelle

Die folgende Übersicht führt alle Gebührenarten zusammen, die beim Empfang und beim Senden von Geld in Deutschland anfallen. Alle Werte gelten für Euro als empfangene Währung.

Art der TransaktionGebühr
Geld an Freunde und Familie senden (Inland, Euro)kostenlos
Geld an Freunde und Familie senden (international)5,00 %, mindestens 0,99 €, höchstens 3,99 €
Geld für Waren und Dienstleistungen empfangen2,49 % + 0,35 €
Spenden empfangen2,49 % + 0,35 €
Spenden für genehmigte gemeinnützige Organisationen1,50 % + Festgebühr
Mikrozahlungen (nach Genehmigung)4,99 % + 0,09 €
QR-Code-Transaktionen (Geschäftskonto)0,90 %
QR-Code-Transaktionen (Privatkonto, ab 10,01 €)0,5 % + 0,10 €
PayPal Checkout (Geschäftskonto)2,99 % + 0,39 €
Zahlung ohne PayPal-Konto (Geschäftskonto)2,99 % + 0,39 €
Alle anderen geschäftlichen Transaktionen (Geschäftskonto)2,99 % + 0,39 €
PayPal-Sammelzahlungen (Inland)2 % des Gesamtbetrags, höchstens 12 €
PayPal-Sammelzahlungen (international)2 % des Gesamtbetrags, höchstens 70 €
Währungsumrechnung3 % über dem Basiswechselkurs
Rückbuchung (Chargeback)16 €
Konfliktgebühr14 €
Entnahme auf ein lokales Bankkontokostenlos, wenn keine Währungsumrechnung erforderlich
Entnahme auf ein Bankkonto in den USA3,00 %
Entnahme auf eine Debit- oder Kreditkarte1,00 %, mindestens 0,25 €, höchstens 10 €
Inaktives PayPal-Konto10 € oder das niedrigere verbliebene Guthaben
Anforderung von Unterlagen12 € pro Artikel
Quelle: PayPal-Gebühren für Privatkunden und PayPal-Händler- und Verkäufergebühren, Stand 7. September 2026

Zwei Zeilen dieser Tabelle fallen in Vergleichsartikeln regelmäßig falsch aus. Die Rückbuchungsgebühr in Euro beträgt 16 €, nicht 20 €. Und der Mikrozahlungstarif liegt bei 4,99 % + 0,09 €, nicht bei 10 % + 0,10 € – letzterer Wert stammt aus einem Tarif, der in Deutschland nicht mehr gilt.

PayPal Gebühren für internationale Zahlungen

Bei internationalen Zahlungen berechnet PayPal die Gebühr für den Empfang von Inlandstransaktionen zuzüglich einer zusätzlichen prozentualen Gebühr für internationale Transaktionen. Wie hoch dieser Zuschlag ausfällt, richtet sich nach dem Markt der sendenden Person. Eine vertiefte Darstellung samt Xoom, Dauer und Länderbeispielen steht im Ratgeber zu PayPal Gebühren im Ausland.

Markt der sendenden PersonWaren und DienstleistungenSonstige geschäftliche Transaktionen
EWR+0 %+0 %
Großbritannien+1,29 %+1,29 %
USA und Kanada+1,99 %+1,99 %
Alle anderen Märkte+2,99 %+1,99 %
Zusätzliche prozentuale Gebühr für internationale Transaktionen. Quelle: PayPal-Händler- und Verkäufergebühren

Gebühren innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)

Zahlungen innerhalb des EWR kosten genauso viel wie Inlandszahlungen: 2,49 % + 0,35 € für Waren und Dienstleistungen, ohne Zuschlag. PayPal behandelt internationale Transaktionen in Euro oder Schwedischen Kronen gebührentechnisch als Inlandstransaktionen, wenn beide Seiten im EWR registriert sind.

Bei einer Zahlung von 200 € aus Österreich oder den Niederlanden fallen somit 5,33 € an – du erhältst 194,67 €. Solange beide Seiten in Euro handeln, entfällt der Währungsaufschlag vollständig.

Verbreiteter Irrtum: Für EWR-Zahlungen kursiert häufig ein Satz von 2,99 % + 0,35 €. Er trifft nicht zu. Eine Euro-Zahlung aus Wien kostet dich exakt so viel wie eine aus Hamburg.

Gebühren für Zahlungen aus UK und USA

Kommt das Geld aus Großbritannien, addiert PayPal 1,29 Prozentpunkte auf den variablen Anteil – aus 2,49 % + 0,35 € werden damit 3,78 % + 0,35 €. Für Absender in den USA und Kanada beträgt der Aufschlag 1,99 Prozentpunkte, der Satz liegt dann bei 4,48 % + 0,35 €. Auf 200 € gerechnet trennt beide Fälle rund ein Euro fünfzig: 7,91 € gegenüber 9,31 €.

Kommt eine Währungsumrechnung von GBP oder USD in Euro hinzu, erhöhen sich die Gesamtkosten um weitere 3 % des Betrags. Bei 200 € entspricht das rund 6 €, die nicht als Gebühr erscheinen.

Gebühren für weltweite Zahlungen

Für Zahlungen aus allen anderen Märkten – etwa Asien, Südamerika oder Afrika – beträgt der Zuschlag +2,99 % bei Waren und Dienstleistungen. Der Gesamtsatz liegt damit bei 5,48 % + 0,35 €. Bei 200 € sind das 11,31 €, bei 1.000 € sind es 55,15 €.

HerkunftSatzGebühr bei 200 €Du erhältst
Deutschland / EWR2,49 % + 0,35 €5,33 €194,67 €
Großbritannien3,78 % + 0,35 €7,91 €192,09 €
USA und Kanada4,48 % + 0,35 €9,31 €190,69 €
Alle anderen Märkte5,48 % + 0,35 €11,31 €188,69 €
Werte ohne Währungswechsel. Muss PayPal zusätzlich umrechnen, erhöht der Kursaufschlag die Gesamtkosten um weitere 3 % des Betrags.

Für Spenden gilt eine eigene Staffel: +2 Prozentpunkte aus Kanada und den USA, +2 aus Europa I, +3 aus Europa II, +1,8 aus Nordeuropa und +3,3 aus dem Rest der Welt.

Währungsumrechnung: Der versteckte Kostenfaktor

Der größte Kostentreiber bei internationalen Zahlungen ist die Währungsumrechnung, nicht die Transaktionsgebühr. PayPal berechnet einen Aufschlag von 3 % über dem Basiswechselkurs. Bei einer Zahlung über 1.000 USD entstehen allein durch die Umrechnung rund 30 € Kosten, die in keiner Gebührenzeile stehen.

Lass dich in der Originalwährung bezahlen, wenn dein Konto Fremdwährungen halten kann. Die Umrechnung übernimmt dann ein Anbieter deiner Wahl – zu einem Zeitpunkt, den du bestimmst.

Wie funktionieren die Wechselgebühren bei PayPal?

PayPal rechnet Fremdwährungen nicht zum Devisenmittelkurs um, sondern bildet einen eigenen Transaktionswechselkurs. Grundlage ist der Basiswechselkurs, den PayPal von externen Finanzdienstleistern bezieht. Darauf kommt ein pauschaler Aufschlag von 3 %.

Das Ergebnis: Du erhältst weniger US-Dollar (USD), Britische Pfund (GBP) oder Japanische Yen (JPY) für dieselbe Summe in Euro (EUR), als der Kurs bei einem Devisenrechner vermuten lässt. Weil die Differenz im Kurs steckt und nicht als Gebührenzeile erscheint, fällt sie meist erst beim Abgleich mit dem Marktkurs auf.

Regionale Aufschläge – je nach Herkunftsland

Zusätzlich zum Kursaufschlag erhebt PayPal die regionale Zusatzgebühr, die sich nach dem Markt der sendenden Person richtet. Beide Posten wirken unabhängig voneinander: Der Länderzuschlag greift auch dann, wenn keine Umrechnung stattfindet, und der Kursaufschlag greift auch bei Zahlungen innerhalb des EWR, sobald die Währung wechselt.

Bei einer Zahlung über 1.000 € aus den USA mit Umrechnung ergeben sich damit 44,80 € Transaktionsgebühr, 0,35 € Festgebühr und rund 30 € Kursaufschlag – zusammen rund 75 € oder 7,5 % des Betrags.

Automatische Umrechnung – der kostspielige Standard

Bei Zahlungen in Fremdwährung bietet PayPal an, den Betrag automatisch in Euro umzurechnen. Dieses Verfahren heißt Dynamic Currency Conversion (DCC) und ist im Bezahlvorgang voreingestellt. Wer bestätigt, akzeptiert den PayPal-Kurs inklusive der 3 % Aufschlag.

Bezahlst du mit Kredit- oder Debitkarte, lehne das Angebot ab und lass den Betrag in der Landeswährung stehen. Die Umrechnung übernimmt dann dein Kartenanbieter, und dessen Kurs liegt bei Karten ohne Fremdwährungsgebühr meist dichter am Devisenmittelkurs als der PayPal-Kurs.

Faktoren, die die Höhe der Gebühren beeinflussen

Drei Größen entscheiden über den Preis einer PayPal-Zahlung: woher das Geld kommt, als welcher Transaktionstyp es gebucht wird und über welchen Kanal es eingeht. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie stark jede einzelne wirkt.

1. Herkunft der Zahlung – Woher kommt das Geld?

Die Herkunft entscheidet über den Zuschlag auf den variablen Anteil. Innerhalb des EWR beträgt der Zuschlag 0 %, aus Großbritannien 1,29 %, aus den USA und Kanada 1,99 % und aus allen anderen Märkten 2,99 % bei Waren und Dienstleistungen.

Maßgeblich ist der bei PayPal registrierte Markt der sendenden Person, nicht deren aktueller Aufenthaltsort. Ein Kunde mit US-Konto, der aus Berlin bezahlt, löst den US-Zuschlag aus.

2. Art der Transaktion – Privat, geschäftlich oder Mikro?

Die Transaktionsart bestimmt den Grundsatz:

TransaktionstypGebühr
Private Zahlungen (Inland, Euro)kostenlos
Private Zahlungen (international)5,00 %, mindestens 0,99 €, höchstens 3,99 €
Geschäftliche Zahlungen (Waren und Dienstleistungen)2,49 % + 0,35 € plus Länderzuschlag
Sonstige geschäftliche Zahlungen2,99 % + 0,39 € plus Länderzuschlag
Mikrozahlungen4,99 % + 0,09 € plus Länderzuschlag
QR-Code-Transaktionen (Geschäftskonto)0,90 % plus Länderzuschlag

Kleine Beträge trifft die Festgebühr überproportional. Wer zehn Zahlungen über je 10 € empfängt, zahlt 3,50 € allein an Festgebühren. Eine gebündelte Zahlung über 100 € kostet 0,35 €.

3. Zahlungsmethode – Wie wird bezahlt?

Die Zahlungsquelle beeinflusst vor allem die Umrechnung und den anwendbaren Tarif. Zahlt der Kunde aus PayPal-Guthaben oder vom Bankkonto, rechnet PayPal um und der Aufschlag von 3 % greift. Zahlt er mit Kredit- oder Debitkarte, kann die Umrechnung beim Kartenanbieter liegen.

Für dich als Empfänger zählt zusätzlich der Kanal: Ein Kauf über PayPal Checkout kostet 2,99 % + 0,39 €, dieselbe Summe über einen QR-Code kostet 0,90 %, und dieselbe Summe als „Geld für Waren und Dienstleistungen“ kostet 2,49 % + 0,35 €. Der Kanal ist damit der am leichtesten steuerbare der drei Faktoren.

Berechnung der PayPal-Gebühren

Die PayPal-Gebühr berechnet sich in drei Schritten: prozentualen Anteil ermitteln, auf volle Cent runden, Festgebühr addieren. Der Restbetrag ergibt sich als Kaufpreis minus Gebühr.

Die Formel:

Gebühr = runde(Kaufpreis × Prozentsatz) + Festgebühr
Restbetrag = Kaufpreis − Gebühr

Beispiel für 250 € bei 2,49 % + 0,35 €: 250 × 0,0249 = 6,225 → gerundet 6,23 €. Plus 0,35 € ergibt 6,58 € Gebühr. Es bleiben 243,42 €.

Die Rundung im ersten Schritt ist der Grund, warum überschlägige Rechnungen um einen Cent danebenliegen. Wer erst am Ende rundet, kommt bei 250 € auf 6,58 € Gebühr und 243,43 € Restbetrag – zusammen 250,01 €, also einen Cent zu viel.

Für Mikrozahlungen gilt dieselbe Formel mit 4,99 % und 0,09 €, für QR-Code-Zahlungen im Geschäftskonto mit 0,90 % und ohne Festgebühr. Bei internationalen Zahlungen addierst du den Länderzuschlag zum Prozentsatz, bevor du multiplizierst.

Der PayPal Gebührenrechner

Der PayPal Gebührenrechner nimmt dir diese Rechnung ab. Du gibst den Betrag ein, wählst den Tarif – Inland, International oder Mikrozahlung – und bei internationalen Zahlungen zusätzlich die Herkunft: Großbritannien, USA und Kanada oder andere Märkte. Das Ergebnis zeigt Gebühr und Restbetrag sofort.

Der Rechner arbeitet intern in ganzen Cent und rundet die Gebühr wie PayPal vor dem Abzug. Gebühr und Restbetrag ergeben deshalb immer exakt den eingegebenen Betrag. Deutsche Schreibweisen wie 49,99 oder 1.234,56 versteht das Eingabefeld ebenso wie 49.99.

Beispiel Berechnungen

Rechnungs-Beispiel 1:

Ein Händler empfängt für Waren und Dienstleistungen 150 € von einem Kunden in Deutschland. Die Gebühr beträgt 4,09 €, der verbleibende Restbetrag 145,91 €. Prozentualer Anteil: 150 × 2,49 % = 3,735 → 3,74 €, plus 0,35 € Festgebühr.

Rechnungs-Beispiel 2:

Derselbe Händler empfängt 150 € über einen QR-Code am Verkaufsort. Die Gebühr beträgt 1,35 €, der Restbetrag 148,65 €. Die Ersparnis gegenüber Beispiel 1 liegt bei 2,74 € – bei 100 Verkäufen im Monat sind das 274 €.

Rückwärts-Rechner: Gewünschten Nettobetrag berechnen

Der Rückwärts-Rechner beantwortet die umgekehrte Frage: Welchen Kaufpreis musst du ansetzen, damit nach Abzug der Gebühren ein bestimmter Betrag bei dir ankommt? Wechsle dazu im Rechner auf „Rückwärts“ und trage den gewünschten Netto-Betrag ein.

Beispiel:

Deine Kostenrechnung ergibt, dass nach Abzug aller Gebühren 30 € übrig bleiben müssen, damit der Verkauf Gewinn abwirft. Bei „Waren und Dienstleistungen“ musst du einen Kaufpreis von 31,12 € ansetzen. Die Gebühr beträgt dann 1,12 €, und es bleiben exakt 30,00 €.

Sollen 100 € übrig bleiben, liegt der nötige Kaufpreis bei 102,91 €. Die Gebühr von 2,91 € ist damit exakt gedeckt.

Die Rechnung lautet: Kaufpreis = (Zielbetrag + Festgebühr) ÷ (1 − Prozentsatz). Für Freelancer und Händler ist das der praktikabelste Weg, Gebühren einzupreisen, ohne sie auf der Rechnung auszuweisen.

PayPal Konfliktgebühren und Rückbuchungen

Neben den regulären Transaktionsgebühren fallen bei Streitfällen zusätzliche Kosten an. Diese Posten treffen ausschließlich Verkäufer und übersteigen bei kleinen Bestellwerten oft den Warenwert selbst.

Rückbuchungsgebühren (Chargebacks)

Für eine Rückbuchung von Kredit- und Debitkartentransaktionen berechnet PayPal eine Gebühr von 16 € pro Fall. Sie fällt an, wenn ein Käufer die Belastung seiner Karte über den Kartenanbieter ablehnt oder das Geld zurückbuchen lässt, und betrifft Transaktionen, die nicht über das PayPal-Konto des Käufers oder einen Gast-Checkout abgewickelt wurden.

Bei einem Warenwert von 50 € bedeutet eine Rückbuchung damit einen Verlust von 66 € – Verkaufsbetrag plus Gebühr.

Streitfall-Gebühren

Für Konflikte, die über das PayPal-Konfliktlösungscenter laufen, berechnet PayPal eine Konfliktgebühr von 14 € in Euro. Sie kann anfallen, wenn ein Käufer zu einer über sein PayPal-Konto abgewickelten Transaktion einen Antrag auf Käuferschutz stellt oder eine Rückbuchung veranlasst. PayPal unterscheidet dabei zwischen Standard-Konfliktgebühren und Konfliktgebühren bei hohem Volumen.

Der Käufer hat 180 Tage ab Bestellung Zeit, einen Streitfall zu eröffnen. Wer den Konflikt vorher direkt mit dem Käufer klärt, vermeidet die Gebühr.

Rückerstattungen und Gebühren

Bei einer Rückzahlung erstattet PayPal den prozentualen Anteil der Gebühr, behält aber die Festgebühr ein. Dem Käufer wird der volle Betrag gutgeschrieben, das Verkäuferkonto wird mit dem ursprünglich gutgeschriebenen Betrag plus dem Festgebührenanteil belastet.

Bei einer Rückerstattung über 100 € mit ursprünglich 2,84 € Gebühr erhältst du 2,49 € zurück. Die 0,35 € Festgebühr verbleiben bei PayPal. Dasselbe gilt für Teilrückzahlungen und für Rückzahlungen beim Rechnungskauf mit Ratepay.

Bei einer Rückgabequote von 10 % und 1.000 Bestellungen im Jahr summiert sich allein dieser Posten auf 35 €. Kalkuliere ihn in die Marge ein, statt ihn als Rundungsfehler zu behandeln.

PayPal Käuferschutz – Gebühren und Kosten

Der PayPal Käuferschutz sichert Käufer bei Problemen mit einer Bestellung ab, etwa wenn eine Ware nicht ankommt oder erheblich von der Beschreibung abweicht. Ausführlich behandelt das der Ratgeber zum PayPal Käuferschutz.

Was kostet der PayPal Käuferschutz?

Für Käufer ist der Käuferschutz kostenlos. Es fallen keine gesonderten Gebühren an. Die Kosten stecken in der regulären Verkäufergebühr von 2,49 % + 0,35 €, die der Verkäufer beim Empfang einer Zahlung für Waren und Dienstleistungen zahlt.

Käuferschutz berechnen – ein Beispiel

Zahlt ein Kunde 80 € über Waren und Dienstleistungen, fallen folgende Posten an:

  • Prozentuale Gebühr: 80 € × 2,49 % = 1,99 €
  • Feste Gebühr: 0,35 €
  • Gesamtgebühr einschließlich Käuferschutz: 2,34 €
  • Du erhältst: 77,66 €

Der Käuferschutz verursacht keine Zusatzkosten. Er ist Bestandteil der Standardgebühr und lässt sich nicht abwählen.

Wann greift der Käuferschutz?

Der Käuferschutz greift in drei Fällen:

  • Artikel nicht erhalten: Die Zahlung ist erfolgt, die Ware kam nicht an.
  • Erheblich abweichender Artikel: Die gelieferte Ware weicht deutlich von der Beschreibung ab, ist beschädigt oder gefälscht.
  • Nicht autorisierte Zahlung: Eine Zahlung erfolgte ohne Zustimmung des Kontoinhabers.

Bestimmte Warengruppen sind ausgeschlossen, darunter Immobilien, Kraftfahrzeuge und Sonderanfertigungen. Den Konflikt musst du innerhalb von 180 Tagen ab dem Datum der Zahlung eröffnen. Einigt ihr euch nicht, hast du danach 20 Tage Zeit, den Konflikt zu einem Antrag auf Käuferschutz hochzustufen (PayPal-Hilfe-Center).

Käuferschutz vs. Freunde & Familie – der Unterschied

MerkmalWaren & DienstleistungenFreunde & Familie
KäuferschutzJaNein
Gebühren für den Verkäufer2,49 % + 0,35 €keine
Antrag auf Rückerstattung möglichJaNein
Zulässig für WarenkäufeJaNein

Viele Verkäufer auf Kleinanzeigen bitten um Zahlung per Freunde und Familie, um die Gebühr zu sparen. Als Käufer verzichtest du damit auf jede Möglichkeit, dein Geld über PayPal zurückzufordern. Die 2,34 € bei einem Kauf über 80 € sind der Preis für diese Absicherung.

PayPal Gebühren für Verkäufer im Detail

Verkäufer tragen die PayPal-Gebühren. Je nach Geschäftsmodell und Volumen unterscheiden sich die Kosten erheblich – und damit auch die Hebel, um sie zu senken.

Gebühren als Einzelverkäufer

Für gelegentliche Verkäufe auf Kleinanzeigen, eBay oder über soziale Medien gilt der Standardsatz von 2,49 % + 0,35 € pro Transaktion. Bei einem Verkauf über 80 € zahlst du 2,34 € und erhältst 77,66 €.

Ein Privatkonto reicht dafür aus. Sobald du regelmäßig verkaufst, verlangt PayPal den Wechsel auf ein Geschäftskonto – dann gelten für einen Teil der Transaktionsarten andere Sätze.

Gebühren als gewerblicher Händler

Im Geschäftskonto trennt PayPal die Sätze nach Kanal: 2,49 % + 0,35 € für „Geld für Waren und Dienstleistungen“, 2,99 % + 0,39 € für PayPal Checkout, Ratepay und alle anderen geschäftlichen Transaktionen sowie 0,90 % für QR-Code-Transaktionen.

Bei 10.000 € Monatsumsatz über den Checkout entstehen rund 299 € Gebühren zuzüglich Festgebühren. Dieselbe Summe über QR-Codes kostet 90 €. Der Kanal ist damit für Händler die wirksamste Stellschraube – wirksamer als jede Nachverhandlung des Prozentsatzes.

PayPal-Gebühren steuerlich absetzen

Für Gewerbetreibende und Selbstständige sind PayPal-Gebühren Betriebsausgaben und mindern den Gewinn. In der Buchhaltung gehören sie auf das Konto „Nebenkosten des Geldverkehrs“ – SKR03: 4970, SKR04: 6855.

Ein Punkt wird dabei oft übersehen: PayPal-Transaktionsgebühren enthalten keine Umsatzsteuer. Als Finanzdienstleistung sind sie nach § 4 Nr. 8 UStG steuerfrei, ein Vorsteuerabzug entfällt. Du buchst deshalb den vollen einbehaltenen Betrag als Betriebsausgabe, ohne Vorsteuer herauszurechnen.

PayPal stellt für jede Transaktion eine Aufstellung bereit, die als Beleg dient. Bei 100.000 € Jahresumsatz über PayPal fallen je nach Kanalmix rund 2.500 bis 3.000 € Gebühren an. Diese Angaben ersetzen keine Steuerberatung – die Zuordnung im Einzelfall klärt dein Steuerberater.

PayPal vs. andere Zahlungsanbieter

PayPal ist nicht der einzige Zahlungsdienstleister. Die folgenden Listenpreise dienen als Orientierung; die tatsächlichen Konditionen hängen bei allen Anbietern von Vertrag, Volumen und Kartenherkunft ab.

AnbieterTypischer ListenpreisKäuferschutz
PayPal (Waren und Dienstleistungen)2,49 % + 0,35 €Ja, enthalten
PayPal (QR-Code, Geschäftskonto)0,90 %Ja, enthalten
Stripe – Karten aus dem EWR1,5 % + 0,25 €Nein
Stripe – internationale Karten3,15 % + 0,25 €, zuzüglich 2 % bei WährungsumrechnungNein
Stripe – SEPA-Lastschrift0,35 € pro Transaktion, kein ProzentsatzNein
Klarna (über Stripe)ab 2,99 % + 0,35 €eingeschränkt
PayPal-Sätze laut offizieller Gebührenseite, Stripe- und Klarna-Sätze laut Stripe-Preisseite, Stand September 2026. Verbindlich sind allein die Konditionen im jeweiligen Vertrag.

PayPal bleibt trotz höherer Gebühren für viele Händler erste Wahl, weil die Verbreitung hoch ist, der Käuferschutz enthalten ist und die Anbindung an Shopsysteme wenig Aufwand kostet. Die Rechnung lautet nicht „günstigster Satz gewinnt“, sondern „welcher Anbieter bringt genug Zusatzumsatz, um seine Gebühr zu tragen“.

Tipps: PayPal Gebühren optimieren und senken

Sechs Maßnahmen senken die Gebühren im Inlandsgeschäft. Sie greifen unabhängig voneinander und lassen sich kombinieren.

1. Händlerkonditionen beantragen

Beantrage individuelle Händlerkonditionen, sobald dein Monatsumsatz über PayPal stabil im vierstelligen Bereich liegt. Die Konditionen werden nicht öffentlich veröffentlicht, sondern zwischen dir und PayPal vereinbart – Grundlage sind Umsatzhöhe, Branche und Rückbuchungsquote.

Bereite das Gespräch mit Zahlen vor: Monatsumsatz, durchschnittlicher Bestellwert, Anteil der Rückbuchungen. Ohne Vereinbarung gilt der Standardsatz von 2,99 % + 0,39 € für sonstige geschäftliche Transaktionen.

2. QR-Code-Zahlungen nutzen

Nutze QR-Code-Zahlungen überall dort, wo Kunden vor Ort bezahlen. Der Satz von 0,90 % im Geschäftskonto ist der niedrigste im gesamten PayPal-Gebührenmodell. Bei 100 € fallen 0,90 € an statt 3,38 € über den Checkout.

Geeignet ist das für Einzelhandel, Gastronomie, Marktstände, Friseure, Werkstätten und jede Dienstleistung mit Kundenkontakt. Der QR-Code wird in der PayPal-App erzeugt und lässt sich ausdrucken oder am Display zeigen.

3. Richtige Zahlungsart wählen

Wähle vor jeder Zahlung bewusst zwischen Freunde und Familie und Waren und Dienstleistungen. Private Zahlungen in Euro innerhalb des EWR sind kostenlos, geschäftliche kosten 2,49 % + 0,35 €.

PayPal merkt sich diese Auswahl für gespeicherte Kontakte. Prüfe sie deshalb bei wiederkehrenden Zahlungen jedes Mal neu – hier entsteht der häufigste vermeidbare Gebührenposten überhaupt.

4. Währungsumrechnungen vermeiden

Lehne die automatische Umrechnung ab und lass dich, wenn möglich, in der Originalwährung bezahlen. PayPal berechnet 3 % über dem Basiswechselkurs. Bei 1.000 € entspricht das rund 30 €, die in keiner Gebührenzeile stehen.

5. Transaktionen bündeln

Fasse mehrere kleine Zahlungen zu einer größeren zusammen. Bei zehn Transaktionen über je 10 € zahlst du 6,00 € Gebühren, bei einer gebündelten Zahlung über 100 € nur 2,84 €. Die Ersparnis von 3,16 € entsteht allein durch die eingesparten Festgebühren.

Praktisch umsetzen lässt sich das über Sammelrechnungen, Monatsabrechnungen oder Mindestbestellwerte. Bei Abonnements und wiederkehrenden Leistungen ist die jährliche statt der monatlichen Abrechnung der einfachste Weg.

6. PayPal Geschäftskonto nutzen

Richte ein Geschäftskonto ein, sobald du regelmäßig verkaufst. Das Geschäftskonto ist Voraussetzung für QR-Code-Zahlungen zu 0,90 %, für den Mikrozahlungstarif und für individuelle Händlerkonditionen. Es bietet zusätzlich Rechnungserstellung, Zugriff für mehrere Nutzer, Umsatzberichte und die PayPal-API für die Shopanbindung.

Beachte die Kehrseite: Für Geschäftskonten gilt die Inaktivitätsgebühr, und für sonstige geschäftliche Transaktionen liegt die Festgebühr bei 0,39 € statt 0,35 €.

Tipps zur Minimierung von PayPal-Wechselgebühren

Fünf weitere Maßnahmen betreffen ausschließlich Zahlungen mit Währungswechsel. Sie greifen zusätzlich zu den sechs Tipps für das Inlandsgeschäft.

1. Fremdwährungen in PayPal behalten

Lege in deinem PayPal-Konto Guthaben in den Währungen an, die du regelmäßig empfängst – etwa USD, GBP oder CHF. Der Betrag bleibt dann unangetastet, und du entscheidest selbst, wann und über welchen Anbieter umgerechnet wird.

Sinnvoll ist das, wenn du in derselben Währung auch Ausgaben hast. Dann entfällt die Umrechnung vollständig.

2. Automatische Umrechnung deaktivieren

Lehne im Bezahlvorgang die Umrechnung in Euro ab und wähle die Originalwährung. PayPal fragt das aktiv ab, die Voreinstellung lautet jedoch auf Umrechnung. Die Einstellung findest du zusätzlich in den Kontoeinstellungen unter den Zahlungspräferenzen.

3. Kreditkarte clever einsetzen

Hinterlege eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr und lass sie die Umrechnung übernehmen. Drei Punkte entscheiden über den Vorteil:

  • Die Karte berechnet keine Fremdwährungsgebühr.
  • Der Kartenanbieter rechnet nah am Devisenmittelkurs ab.
  • Die automatische Umrechnung in PayPal ist deaktiviert.

Fehlt einer der drei Punkte, verpufft der Effekt. Eine Karte mit beispielsweise 1,75 % Auslandseinsatzentgelt ist gegenüber PayPals 3 % zwar günstiger, aber nicht kostenlos. Prüfe den Satz im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Karte.

4. Zahlungen bündeln statt splitten

Fasse auch bei Auslandszahlungen mehrere Beträge zusammen. Neben der Festgebühr fällt bei privaten internationalen Zahlungen eine Mindestgebühr von 0,99 € an – zehn kleine Überweisungen kosten damit mindestens 9,90 €, eine gebündelte höchstens 3,99 €.

5. Multi-Währungs-Konten wie von Wise nutzen

Wickle Fremdwährungszahlungen über ein Multi-Währungs-Konto ab, wenn sie regelmäßig anfallen. Anbieter wie Wise rechnen zum Devisenmittelkurs um und weisen die Gebühr getrennt aus, statt sie in den Kurs einzurechnen.

Für Zahlungen in Euro innerhalb Deutschlands bringt das keinen Vorteil – dort ist PayPal ohne Umrechnung unterwegs.

Vergleich: PayPal vs. Wise bei internationalen Zahlungen

Der Unterschied zwischen PayPal und Wise liegt weniger in der ausgewiesenen Gebühr als im Wechselkurs. PayPal schlägt 3 % auf den Basiswechselkurs auf, Wise rechnet zum Devisenmittelkurs um und stellt die Gebühr separat in Rechnung.

Der Faktencheck – Wie groß ist der Unterschied wirklich?

Bei einer Überweisung über 1.000 € in eine Fremdwährung ergibt sich folgende Modellrechnung:

KostenpositionPayPalWise
WechselkursBasiswechselkurs + 3 %Devisenmittelkurs
Kosten im Kurs bei 1.000 €rund 30 €0 €
Ausgewiesene Gebührbis 3,99 € privat, sonst prozentualvor dem Absenden als eigener Posten ausgewiesen
Kosten vor dem Absenden sichtbarteilweise, der Kursanteil nichtvollständig
Modellrechnung zur Struktur der Kosten. Die tatsächlichen Beträge hängen vom Währungspaar und vom Tageskurs ab.

Der entscheidende Punkt ist die Sichtbarkeit. Bei PayPal steht der größte Kostenblock nicht in der Gebührenzeile, sondern im Kurs. Vergleiche deshalb nie die Gebühren, sondern immer den Betrag, der beim Empfänger ankommt.

Direktvergleich: Wise vs. PayPal

KriteriumPayPalWise
Zahlung an ein PayPal-Kontoin Minutennicht möglich
Zahlung auf ein Bankkonto im Auslandüber Xoomdirekt
WechselkursBasiskurs + 3 %Devisenmittelkurs
Käuferschutzja, bei Waren und Dienstleistungennein
Verbreitung im Onlinehandelsehr hochgering
Guthaben in mehreren Währungenjaja

PayPal gewinnt bei Reichweite, Tempo und Absicherung im Handel. Wise gewinnt beim Wechselkurs. Für Verkäufer, die über PayPal Kunden erreichen und nur die Auszahlung optimieren wollen, schließen sich beide nicht aus.

Transparenzhinweis: Für die Nennung von Wise erhalten wir keine Vergütung. Die Links in diesem Abschnitt sind keine Werbe- oder Partnerlinks.

Wie Wise Ihre internationalen Überweisungen optimiert

Wise nutzt ein Netz lokaler Konten in verschiedenen Ländern. Statt eine Überweisung durch mehrere Korrespondenzbanken zu schicken, wird sie im Zielland als Inlandszahlung ausgeführt. Vier Eigenschaften folgen daraus.

1. Wechselkurs? Fair. Echt. Punkt.

Wise rechnet zum Devisenmittelkurs um – dem Kurs, der zwischen An- und Verkaufskurs am Devisenmarkt liegt. Ein Aufschlag auf den Kurs entfällt. Der Kurs wird vor dem Absenden angezeigt und für eine begrenzte Zeit garantiert.

2. Gebühren, die sich nicht verstecken

Die Gebühr steht vor dem Absenden als eigener Posten in der Übersicht. Sie richtet sich nach Währungspaar und Zahlungsmethode. Ab größeren Beträgen sinkt der prozentuale Satz gestaffelt. Wie hoch die Gebühr für dein Währungspaar ausfällt, zeigt der Rechner auf der Wise-Preisseite.

3. Technologie, die mitdenkt – weltweit

Das Wise-Konto führt Guthaben in 40 Währungen und stellt für 20 Währungen eigene Bankverbindungen für Geldeingänge bereit. Zahlungen aus diesen Währungsräumen erreichen dich damit wie eine Inlandszahlung, ohne dass beim Eingang umgerechnet wird.

4. Tempo, das begeistert

Wise zeigt vor dem Absenden an, wann das Geld voraussichtlich ankommt, und die Bearbeitung lässt sich im Konto verfolgen. Die tatsächliche Dauer hängt vom Währungspaar, der Zahlungsmethode und den Prüfungen im Zielland ab – eine pauschale Angabe wäre hier irreführend.

So registrieren Sie sich bei Wise

Schritt für Schritt zum Wise Konto

  1. Website oder App öffnen: Der Weg über den Browser und der über die App führen zum selben Konto.
  2. Kontoart wählen: Privat oder geschäftlich. Beide Varianten lassen sich getrennt führen.
  3. Registrieren: Entweder klassisch per E-Mail und Passwort oder über einen vorhandenen Google- oder Apple-Zugang.
  4. Identität verifizieren: Ein gültiges Ausweisdokument hochladen. Bei Geschäftskonten kommen Angaben zur Firma hinzu.
  5. Adresse bestätigen: Per Stromrechnung, Steuerbescheid oder Kontoauszug.
  6. Karte bestellen (optional): Physisch oder digital, direkt in der App.

Wer Wise nur zum Empfangen und Umrechnen neben PayPal einsetzt, ist nach Schritt 5 fertig. Schritt 6 lohnt sich erst, wenn du damit auch selbst bezahlen möchtest.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist der PayPal-Kurs nie ganz der echte?

PayPal rechnet nicht zum Devisenmittelkurs um, sondern bildet einen eigenen Transaktionswechselkurs aus dem Basiswechselkurs plus 3 % Aufschlag. Der Aufschlag erscheint in keiner Gebührenzeile, sondern steckt im Kurs selbst.

Welche Gebühren verstecken sich hinter PayPal-Zahlungen ins Ausland?

Drei Posten: die Standardgebühr beim Empfang von Inlandstransaktionen, die zusätzliche prozentuale Gebühr für internationale Transaktionen von bis zu 2,99 Prozentpunkten und der Wechselkursaufschlag von 3 %. Nur die ersten beiden weist PayPal als Gebühr aus.

Kann ich bei PayPal überhaupt Geld sparen?

Ja, über sechs Stellschrauben: die richtige Zahlungsart, QR-Code statt Checkout, gebündelte statt gesplitteter Zahlungen, den Mikrozahlungstarif bei Beträgen unter 10,40 €, die Ablehnung der automatischen Umrechnung und individuell verhandelte Händlerkonditionen ab höherem Monatsumsatz.

Lohnt sich PayPal für Auslandsüberweisungen überhaupt?

Für Euro-Zahlungen innerhalb des EWR ja, denn PayPal behandelt sie gebührentechnisch wie Inlandstransaktionen. Sobald eine Währungsumrechnung dazukommt, summieren sich Transaktionsgebühr, Länderzuschlag und Kursaufschlag auf 5 bis 8 % des Betrags. Ab dieser Grenze sind spezialisierte Anbieter günstiger.

Wie kann Wise mir bei internationalen Überweisungen helfen?

Wise rechnet zum Devisenmittelkurs um und weist die Gebühr getrennt aus, statt sie in den Kurs einzurechnen. Der Aufschlag von 3 %, den PayPal auf den Basiswechselkurs erhebt, entfällt damit. Für Zahlungen in Euro innerhalb Deutschlands bringt Wise keinen Vorteil.

Für wen ist der PayPal Gebührenrechner?

Der Gebührenrechner richtet sich an sechs Gruppen, die über PayPal Zahlungen empfangen und die Kosten vorab kalkulieren wollen:

  • Online-Händler und Shopbetreiber: Kalkulieren die exakten Kosten pro Bestellung und rechnen sie in die Preise ein.
  • Kleinanzeigen-Verkäufer: Prüfen vor dem Verkauf, wie viel nach Abzug der Gebühren tatsächlich ankommt.
  • Selbstständige und Freelancer: Erstellen Rechnungen mit einkalkulierten Gebühren über den Rückwärts-Rechner.
  • Vereine und Spendensammler: Ermitteln die Gebühren für Spenden über den PayPal-Spenden-Button.
  • Gastronomen und stationäre Händler: Vergleichen QR-Code-Zahlungen mit dem Checkout und beziffern die Ersparnis.
  • Exporteure und internationale Händler: Berechnen die Gesamtkosten grenzüberschreitender Zahlungen inklusive Länderzuschlag.

Allen sechs Gruppen gemeinsam ist die Frage nach dem Restbetrag. Genau die beantwortet der Rechner in einem Schritt – vorwärts vom Kaufpreis aus oder rückwärts vom gewünschten Nettobetrag.

Abzüge bei PayPal: Wie viel bleibt übrig?

Wie viel von einer Zahlung übrig bleibt, hängt von Betrag, Zahlungsart und Herkunft ab. Bei der Standardgebühr von 2,49 % + 0,35 € bleiben aus 100 € genau 97,16 €, aus 500 € genau 487,20 € und aus 1.000 € genau 974,75 €.

KaufpreisGebührRestbetragAnteil der Gebühr
10,00 €0,60 €9,40 €6,00 %
25,00 €0,97 €24,03 €3,88 %
50,00 €1,60 €48,40 €3,20 %
100,00 €2,84 €97,16 €2,84 %
500,00 €12,80 €487,20 €2,56 %
1.000,00 €25,25 €974,75 €2,53 %
Waren und Dienstleistungen, Inland, 2,49 % + 0,35 €

Die letzte Spalte zeigt die Faustregel: Je kleiner der Betrag, desto höher der prozentuale Anteil der Gebühr. Bei 10 € zahlst du effektiv 6,00 %, bei 1.000 € nur 2,53 %. Verantwortlich dafür ist allein die Festgebühr.

Zusätzlich zu diesen Abzügen fallen Gebühren für Währungsumrechnungen an sowie 1,00 % beim Abbuchen auf eine Debit- oder Kreditkarte, mindestens 0,25 € und höchstens 10 €. Die Auszahlung auf ein lokales Bankkonto ist kostenlos, solange keine Umrechnung nötig ist.

PayPal-Abzüge bei Inaktivität: Wann greift die Regelung?

Die Inaktivitätsgebühr greift bei Geschäftskonten, die zwölf Monate lang ohne Aktivität bleiben und noch Guthaben führen. Berechnet wird der niedrigere der beiden Werte: 10 € oder das verbliebene Guthaben. Ein negativer Kontostand entsteht dadurch nicht. Privatkonten sind in Deutschland nicht betroffen (PayPal-Hilfe-Center).

Vier Handlungen gelten als Aktivität und setzen die Frist zurück:

  • Im PayPal-Konto anmelden
  • Mit PayPal bezahlen oder Geld an Freunde und Familie senden
  • Guthaben vom PayPal-Konto abbuchen
  • An eine gemeinnützige Organisation spenden

Konten mit einem Guthaben von 0 € sind nicht betroffen. Wer ein Geschäftskonto selten nutzt, bucht das Guthaben am einfachsten auf das hinterlegte Bankkonto ab – die Standardentnahme auf ein lokales Bankkonto ist kostenlos.

Art der Zahlung: Welche Gebühren fallen wann bei PayPal an?

Die Art der Zahlung ist der stärkste Einzelfaktor. Die folgende Übersicht ordnet die geschäftlichen Transaktionsarten im Geschäftskonto nach ihrem Satz:

TransaktionsartGebühr
QR-Code-Transaktionen0,90 %
Geld für Waren und Dienstleistungen senden/empfangen2,49 % + Festgebühr
PayPal Checkout2,99 % + Festgebühr
Zahlung ohne PayPal-Konto2,99 % + Festgebühr
Rechnungskauf mit Ratepay2,99 % + Festgebühr
Alle anderen geschäftlichen Transaktionen2,99 % + Festgebühr
Zahlungen mit Karten mit erweiterten FunktionenTransaktionsgebühren für Online-Kartenzahlungen
Alternative ZahlungsmethodeAPM-Transaktionsgebühren
Standardgebühr beim Empfang von Inlandstransaktionen im Geschäftskonto. Festgebühr in Euro: 0,39 € beziehungsweise 0,35 € bei Waren und Dienstleistungen. Quelle: PayPal-Händler- und Verkäufergebühren

Beachtung der Währung bei PayPal-Gebühren im Ausland

Die Festgebühr richtet sich nach der empfangenen Währung, nicht nach deinem Wohnsitz. In Euro beträgt sie 0,35 € bei Waren und Dienstleistungen und 0,39 € bei sonstigen geschäftlichen Transaktionen. In US-Dollar sind es 0,30 USD beziehungsweise 0,49 USD, in Britischen Pfund 0,20 GBP beziehungsweise 0,29 GBP.

Empfängst du in Fremdwährung, gilt also die dortige Festgebühr – und die Umrechnung in Euro folgt erst danach, mit dem Aufschlag von 3 %. Prüfe deshalb bei Auslandsgeschäft immer beide Posten getrennt.

Wer trägt die Kosten für PayPal-Gebühren: Käufer oder Verkäufer?

Der Verkäufer trägt die PayPal-Gebühren. Für Käufer ist das Bezahlen kostenlos, solange keine Währungsumrechnung nötig ist. Die Gebühr wird beim Zahlungseingang automatisch vom Betrag abgezogen und erscheint im Kontoauszug des Verkäufers als eigener Posten.

Die PayPal-Nutzungsbedingungen führen das Surcharging als unzulässige Aktivität auf: Händler dürfen für die Nutzung von PayPal weder eine Servicegebühr noch höhere Versandkosten als bei anderen Zahlarten berechnen. Erlaubt bleibt die Einpreisung: Wer den Verkaufspreis so kalkuliert, dass die Gebühr gedeckt ist, handelt regelkonform. Den nötigen Bruttopreis liefert der Rückwärts-Rechner.

Existieren PayPal-Käuferschutz-Gebühren?

Nein, gesonderte PayPal-Käuferschutzgebühren existieren nicht. Der Schutz ist in den Gebühren enthalten, die der Verkäufer beim Empfang einer Zahlung für Waren und Dienstleistungen zahlt, und wird automatisch aktiv.

Der Käuferschutz deckt den Nichterhalt von Waren, den Erhalt beschädigter oder erheblich abweichender Waren und nicht autorisierte Zahlungen ab. Bestimmte Warengruppen sind ausgenommen, darunter Immobilien, Kraftfahrzeuge und Sonderanfertigungen. Die Frist beträgt 180 Tage ab dem Datum der Zahlung.

Umgekehrt bietet PayPal Verkäufern den Verkäuferschutz. Die bloße Behauptung, die Ware sei nicht angekommen, reicht dann nicht aus – wer die Voraussetzungen des Verkäuferschutzprogramms erfüllt und den Versand nachweist, behält den Zahlungsanspruch.

Verlass dich trotzdem nicht allein auf den Schutz. Prüfe Verkäufer vor dem Kauf, dokumentiere Absprachen schriftlich und hebe Versandbelege auf. Der Käuferschutz ist eine Rückfallebene, keine Vorsorge.

PayPal Wechselgebühren: Sparen Sie mit den richtigen Strategien

Internationale Zahlungen über PayPal sind bequem und teurer, als die ausgewiesene Gebühr vermuten lässt. Der größte Kostenblock steckt im Kurs und fällt bei jeder einzelnen Transaktion an.

Mit diesen Strategien behalten Sie die Oberhand

  • Karte statt PayPal-Umrechnung: Deaktiviere die automatische Umrechnung und lass eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr abrechnen.
  • Fremdwährungen gezielt halten: Behalte USD, GBP und andere Währungen im Konto, statt sie sofort zu tauschen, und rechne um, wenn du es brauchst.
  • Zahlungen bündeln: Eine Überweisung über 1.000 € kostet weniger als zehn über 100 €, weil Mindest- und Festgebühren nur einmal anfallen.
  • Empfängerbetrag vergleichen: Stelle Anbieter nicht über die Gebühr gegenüber, sondern über den Betrag, der am Ende ankommt.
  • Multi-Währungs-Konto nutzen: Wickle wiederkehrende Fremdwährungszahlungen über ein Konto ab, das zum Devisenmittelkurs umrechnet.

Diese fünf Punkte greifen unabhängig vom Betrag. Bei einer einzelnen Zahlung über 100 € geht es um wenige Euro, bei monatlich wiederkehrenden Zahlungen über 1.000 € um dreistellige Beträge im Jahr.

Wie kleine Fehler bei PayPal große Auswirkungen haben können

Der häufigste vermeidbare Fehler ist die falsche Zahlungsart. Viele Nutzer wählen beim privaten Geldversand versehentlich „Waren und Dienstleistungen“ statt „Freunde und Familie“. Bei 100 € kostet das 2,84 €, obwohl der Käuferschutz bei einer privaten Zahlung ohnehin keinen Zweck erfüllt.

Besonders teuer wird der Fehler durch die Wiederholung: PayPal merkt sich die Auswahl für gespeicherte Kontakte. Wer monatlich Geld an dieselbe Person sendet, zahlt die Gebühr zwölfmal im Jahr, ohne sie je bewusst gewählt zu haben.

Drei weitere Fehler wirken ähnlich:

  • Automatische Umrechnung bestätigen: kostet 3 % des Betrags, sichtbar nur im Kurs.
  • Kleinbeträge einzeln abrechnen: kostet 0,35 € pro Vorgang, unabhängig von der Höhe.
  • Checkout statt QR-Code am Verkaufsort: kostet 2,09 Prozentpunkte mehr, bei jedem einzelnen Verkauf.

Alle vier Fehler haben dieselbe Struktur: Ein einzelner Vorgang fällt kaum auf, die Wiederholung summiert sich. Prüfe die Einstellungen deshalb einmal gründlich, statt jede Transaktion einzeln zu kontrollieren – und rechne vor der Preisfestsetzung mit dem PayPal Gebührenrechner nach, was tatsächlich bei dir ankommt.

Quellen

Jede Zahl in diesem Leitfaden stammt aus einer dieser Quellen. Die Nummern verweisen auf die Stelle, an der der jeweilige Wert veröffentlicht ist.

  1. PayPal – Gebühren für Privatkunden (Stand 7. September 2026) – private Transaktionen, QR-Code-Sätze im Privatkonto, Festgebühren je Währung, Entnahmen, Währungsumrechnung.
  2. PayPal – Händler- und Verkäufergebühren (Stand 7. September 2026) – geschäftliche Transaktionen, QR-Code 0,90 %, Spenden, gemeinnützige Organisationen, Mikrozahlungen, Sammelzahlungen, Rückbuchungs- und Konfliktgebühren, Inaktivitätsgebühr, internationale Zuschläge.
  3. PayPal – Nutzungsbedingungen – Verbot des Surchargings, Definition von Inlands- und internationalen Transaktionen.
  4. PayPal-Hilfe-Center – Wie hoch ist die Gebühr für Inaktivität? – Zeitraum von 12 Monaten, Beschränkung auf Geschäftskonten.
  5. PayPal-Hilfe-Center – Wie melde ich ein Problem mit einem Verkäufer? – Frist von 180 Tagen ab Zahlungsdatum, 20 Tage bis zum Antrag auf Käuferschutz.
  6. PayPal – Käuferschutz – abgedeckte Fälle und ausgeschlossene Warengruppen.
  7. Stripe – Preise Deutschland – Vergleichswerte für Kartenzahlungen, SEPA-Lastschrift und Klarna.
  8. Wise – Gebühren für Überweisungen und Wise – Multi-Währungs-Konto – Devisenmittelkurs, 40 Währungen, Bankverbindungen für 20 Währungen.
  9. § 4 Nr. 8 UStG – Umsatzsteuerbefreiung für Finanzdienstleistungen.

Alle PayPal-Gebührenangaben stammen aus den offiziellen PayPal-Gebührenseiten für Deutschland, Stand 7. September 2026. PayPal kann Sätze jederzeit ändern – verbindlich sind allein die Angaben von PayPal. Angaben zu Stripe, Klarna und Wise geben die Listenpreise der jeweiligen Anbieter zum Zeitpunkt der Prüfung wieder. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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